Motivationsschreiben leicht gemacht

0
108

Bist Du aktuell auf Arbeitssuche und hast auch schon passende Jobangebote verschiedenster Firmen entdeckt? Dann nichts wie ran an die Erstellung einer aussagekräftigen Bewerbung und Motivationsschreiben. Abseits der gewohnten Standardphrasen, möchten wir Dir wichtige Tippgeben, um Dich von der Masse herauszuheben.

Das Motivationsschreiben hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung verloren, denn was soll man auf einem einzelnen A4-Blatt schon groß vermitteln als Standardfloskeln und die immer gleichen Sätze wie: „ich wollte seit ich denken kann in Ihrem Unternehmen arbeiten“ – wohl eher nicht, da man das Unternehmen häufig erst seit der Jobsuche kennt. Warum also die Mühe? Und liest das überhaupt wirklich wer? Das denken sich auch immer mehr PersonalerInnen, welche daher immer öfter gezielt nur noch den Lebenslauf, Zeugnisse und Dienstzeugnisse verlangen.

ABER und hier liegt die Krux, nicht alle denken so. Viele PersonalerInnen schauen eine Bewerbung erst gar nicht an, wenn kein Motivationsschreiben dabei ist. Weil Sie es einfach als Standard ansehen und weil es immer schon so gemacht wurde. Eine andauernde Diskussion und für Dich ein Dilemma – Was also tun?

  • Regel Nummer 1: Im Zweifelsfall ist es immer besser, ein Motivationsschreiben mitzuschicken als keines.
  • Regel Nummer 2: Wenn Du dir trotz allem unsicher bist, rufe einfach an und frage genau nach, welche Unterlagen sie denn nun genau sehen möchten, dann weißt Du es zu 100 %!

Für den Fall, dass Du ein Motivationsschreiben verfassen musst, haben wir hier hilfreiche Tipps, wie Du es gestalten kannst, ohne allzu viele Standardfloskeln und immer gleiche Formulierungen verwenden zu müssen:

 

Der Aufbau

Das Motivationsschreiben sollte jedenfalls über folgende Teile verfügen:

  • Einleitung
  • Mittelteil
  • Schlussteil

Wie genau Du diese aber ausgestaltest liegt ganz bei Dir.

Du kannst den Text als normalen Fließtext anlegen oder in Form von Aufzählungspunkten. Beides ist möglich und beides hat seine Vor- und Nachteile. So kann im Fließtext etwas verloren gehen aber in ganzen Sätzen kann man sich besser ausdrücken. Das Aufzählungsformat ist sehr übersichtlich aber bietet nur wenig Platz für Formulierungen und tiefergehende Information.

Was Du verwenden magst, liegt bei Dir. Nimm am besten jenes Format, mit dem Du Dich am wohlsten fühlst und Du glaubst, dass es auch am besten zur ausgeschriebenen Position und Branche passt.

 

Die Einleitung

Ebenso bedeutsam wie die Wortwahl bei einem romantischen Date, ist die Einleitung Deiner Bewerbung. Diese sollte am besten genutzt werden, um den Eindruck zu vermitteln, dass man genau überlegt hat, warum man sich für die Arbeitsstelle beworben hat und damit einher geht auch die passende Formulierung.

Das Anschreiben sollte als ein professionelles Dokument gehandhabt werden, welches an die Personalabteilung des jeweiligen Unternehmens gerichtet ist und daher mit Bedacht erstellt werden muss. Jedoch erwirkt eine Brise Kreativität nicht automatisch, die Unprofessionalität Deiner Ausdrucksweise.

Unbedingt zu vermeiden sind unvorteilhafte Einstiegsfloskeln, die dermaßen unoriginell klingen, sodass die RecruiterInnen die gesamten Bewerbungsunterlagen dann rigoros aussortieren. Dazu zählen grundlegende Phrasen, die folgendes ausdrücken sollen:

  • wo und wann Du die Stellenanzeige gelesen hast (kommt in den Betreff)
  • um welche Stelle es sich handelt (sollte ebenfalls in den Betreff)
  • dass Du Dich hiermit bewirbst
  • dass Du an der ausgeschriebenen Arbeitsstelle sehr interessiert bist (warum würdest Du Dich sonst darum bemühen?)

Solche Phrasen sind schlicht und einfach öde und stellen keinesfalls Deine Kompetenz unter Beweis. Das Kreativitätslevel ist hierbei gleich Null und vermittelt den Eindruck, dass es Dir nicht die Mühe wert war, Dir eine bessere Formulierung auszudenken.

Möglicherweise stellt sich hier für Dich die Frage, weshalb die Wortwahl des Einstiegs in der Bewerbung so wichtig scheint, wo doch die Daten und Fakten aus dem Lebenslauf und verschiedenster Zeugnisse, als am entscheidendsten gelten. Grundsätzlich entspricht dies den Tatsachen, jedoch kann man sich als AbsolventIn, unter BewerberInnen mit mehr Berufserfahrung, häufig noch nicht so herausheben. Dein Motivationsschreiben kann für Dich daher als Vorteil genutzt werden, um aus der Masse herauszustechen.

 

Wie formuliert man also den ersten Absatz mit passenden Worten?

Abhängig von der/dem GeschäftsführerIn und der individuellen Lebenssituation, sollte man sich gründlich überlegen, wie man an den ersten Absatz im Bewerbungsschreiben für die jeweilige Arbeitsstelle herantritt. Natürlich können sämtliche Phrasen, mit denen man bereits gute Erfolge erzielt hat, wiederholt angewendet werden. Du musst das Rad nicht jedes Mal neu erfinden.

 

Grundprinzipien, die Deine Kreativität nicht hindern sollten:

  • den ersten Absatz möglichst kurz und präzise halten
  • stelle Dich einzigartig und selbstbewusst dar
  • formuliere Lösungsversuche oder Hilfestellungen, die dem Unternehmen dienlich sein könnten und evtl. ihren Erfolg maßgeblich erhöhen
  • Perspektivenwechsel: Was für eine Einstiegsformulierung würde Dein Interesse an der anderen Person wecken?

Prinzipiell ist der Einstieg im Bewerbungsschreiben dann ein Erfolg, wenn die Beschreibung des Interesses dafür, in Kombination mit der Darstellung der eigenen Person erfolgt. Hier zwei Beispiele wie man beginnen könnte:

  • „Sie sind auf der Suche nach einem kompetenten, kreativen und teamfähigen Mitarbeiter für _________________________ , für den Organisationstalent, Durchhaltevermögen und ganzheitliches Denken selbstverständlich ist? Dann bin ich der/die Richtige für Sie.“
  • „In Medienberichten der letzten Monate habe ich verfolgt, dass Sie vermehrt vor haben, stark im südamerikanischen Markt zu expandieren. Mit meinen umfassenden Fremdsprachenkenntnissen in Englisch und Spanisch kann ich diesbezüglich eine große Unterstützung für Ihre Vorhaben und den Unternehmenserfolg sein.“

 

Der Mittelteil

Nach der Einleitung folgt dann der Mittelteil, das eigentliche Herzstück Deines Motivationsschreibens. Hier kannst Du etwas ausführen und folgende Fragen beantworten:

  • Was motiviert Dich an der ausgeschriebenen Stelle?
  • Warum möchtest Du genau diesen Job haben?
  • Warum passt genau Du für den Job und was macht Dich einzigartig?
  • Welchen Nutzen bringst Du dem Unternehmen und warum sollten sie Dich nehmen?

 

Die Vorstellungen hinsichtlich des Gehalts anführen

Es kann vorkommen, dass Arbeitgeber eine verbindliche Gehaltsangabe von Dir haben wollen. Wenn so etwas verlangt wird, lass es unter keinen Umständen aus. Dies ist oft ein sofortiges Ausschlusskriterium. Andererseits gib auch nur eine Gehaltsangabe an, wenn dezidiert danach gefragt wird.

Wenn Du schon über praktische Erfahrungen innerhalb der Branche verfügst, kannst Du Deine Ansichten zur Entlohnung aufgrund Deiner Erfahrung selbstsicher äußern. Allerdings hat man als AbsolventIn klarerweise einen anderen Verhandlungsspielraum als BewerberInnen mit mehrjähriger Berufserfahrung. Trotz allem kann die Angabe Deines Wunschgehalts eine sinnvolle Sache sein, um zu zeigen, dass Du weißt wovon Du redest, Realitätssinn und Dich informiert hast. Hole Dir vorher die notwendigen Informationen über Einstiegsentlohnung des entsprechenden Arbeitsbereiches ein, damit Du im richtigen Rahmen liegst. Nähere Informationen zu dem Aspekt des Gehalts findest Du im weiterführenden Artikel „Einstiegsgehalt nach dem Studium: Damit kannst du rechnen”.

 

Der Schlussteil

Zu guter Letzt macht es Sinn am Ende für die Aufmerksamkeit und Zeit des Lesers zu danken, als auch auszudrücken, dass Du Dich über eine Einladung zum persönlichen Gespräch und das nähere Kennenlernen des Unternehmens freust. Vermeide hier unbedingt den Konjunktiv! Dass du Dich „über ein Gespräch freuen würdest“ klingt zwar nett, schwächt aber auch Dein Argument welches Du zuvor so mühsam aufgebaut hast.

Du freust Dich über eine Einladung zum Gespräch – Punkt – ohne würde, hätte, wollte etc.!

Wenn Du also alle erwähnten Punkte beherzigst, kann auch schon fast nichts mehr schief gehen! 😉 Viel Erfolg beim Schreiben und Bewerben!

 

 

Quellen:

https://karrierebibel.de/anschreiben-einstieg-einleitungssatz/
https://karrierebibel.de/motivationsschreiben
https://www.stepstone.at/Karriere-Bewerbungstipps/motivationsschreiben-einfach-gemacht/

Kommentieren Sie den Artikel

Kommentar schreiben
Name eingeben