Stellenanzeigen richtig lesen

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“Sie haben Ihr Studium in der Mindeststudienzeit abgeschlossen, bringen mehrjährige branchenspezifische Berufserfahrung mit, sprechen mindestens drei Sprachen verhandlungssicher, sind zeitlich wie örtlich flexibel und verfügen über eine teamorientierte, kommunikative, belastbare und leistungsorientierte Persönlichkeit? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung!“

Viele Stellenanzeigen sind voller Maximalanforderungen, die in den seltensten Fällen von Bewerbern/innen zu 100 Prozent erfüllt werden können. Wie erkennt man nun, ob das eigene Profil und die Qualifikationen mit den Anforderungen einer Stellenanzeige übereinstimmen und ob eine Bewerbung sinnvoll ist?

Aufbau einer Stellenanzeige
Eine erfolgreiche Bewerbung beginnt mit dem genauen und richtigen Lesen und Verstehen der Ausschreibung selbst. Stellenanzeigen sind in der Regel ähnlich aufgebaut. Die Selbstbeschreibung des Unternehmens steht meist an erster Stelle. Es folgen die Auflistung der Aufgaben und ein Anforderungskatalog. Den Abschluss bilden Unternehmensangebote (Aufstiegsmöglichkeiten, Sozialleistungen etc.), Hinweise zur gewünschten Art der Bewerbung, Informationen zum Gehalt usw.

Muss- und Kann-Kriterien
Bei den Anforderungen („Wir erwarten uns …“) unterscheidet man zwischen Muss- und Kann-Kriterien. Die Muss-Kriterien sind zwingend erforderlich. Diese erkennt man an Formulierungen wie „Sie haben …“, „Sie bringen mit …“, „Voraussetzungen sind …“, „Erforderlich sind …“ und viele mehr. Wenn ein Muss-Kriterium nicht erfüllt werden kann, ist es empfehlenswert zu beschreiben, was einen trotzdem für die ausgeschriebene Position qualifiziert. So kann etwa die Kombination eines verwandten Studiengangs mit relevanter Berufserfahrung durchaus das Defizit des „falschen“ Studiums ausgleichen.

Kann-Kriterien werden durch Formulierungen wie „Idealerweise bringen Sie …“, „Von Vorteil sind …“, „Wünschenswert sind …“ gekennzeichnet. Wird neben den Muss-Kriterien auch das eine oder andere Kann-Kriterium erfüllt, dann lohnt sich eine Bewerbung auf jeden Fall. Manche Unternehmen bieten auch die Chance, diese Fähigkeiten und Qualifikationen erst im Job zu entwickeln.

Soft Skills
Die in Stellenanzeigen angeführten Soft Skills wie „teamorientiert“, „kommunikativ“, „verhandlungsstark“ usw. verraten interessante Details zur ausgeschriebenen Stelle und zum späteren Arbeitsumfeld und beschreiben dafür erforderliche oder erwünschte Eigenschaften. Die Bewerbungsunterlagen werden anschließend auf die gesammelten Informationen und Anforderungen aus der Anzeige abgestimmt. Wichtig ist auch, die Stellenanzeige aufzubewahren und vor dem Gespräch nochmals durchzulesen.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Christina Ausserwöger, MA
Consultant und Expertin Social Media Recruiting,
TRESCON Personalberatung

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