Immer schön motiviert bleiben: Motivationsschreiben für BerufseinsteigerInnen anschaulich erklärt

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Der Bewerbungsprozess für einen Job oder einen Studienplatz kann viel Zeit und Kraft kosten. Schließlich haben nur wenige BewerberInnen das Glück, nach ein oder zwei Bewerbungen eine Zusage zu erhalten. Den meisten Aufwand verursacht das Motivationsschreiben; denn im Gegensatz zum Lebenslauf, der lediglich aktualisiert werden muss, sollte das Motivationsschreiben umformuliert und an die jeweilige Stelle angepasst werden.

Hinzu kommt, dass ein Motivationsscheiben keinen strikt geregelten Aufbau hat. Beim Lebenslauf hingegen ist die Struktur schon weitestgehend vorgegeben. BewerberInnen sitzen also vor einem weißen Papier bzw. Word-Dokument und sollen ihre Fähigkeiten und Motivation für eine Ausschreibung kundtun. Gar nicht so einfach, wenn man als BerufseinsteigerIn damit noch keine Erfahrung gesammelt hat. 

Der Aufbau eines Motivationsschreibens

Es ist ratsam, ein Bewerbungsschreiben in Absätze zu gliedern und sich vorher zu überlegen, was man in jedem Absatz sagen möchte. Der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider rät dazu, gleich im ersten Absatz auf den Punkt zu kommen und sich selbst zu beschreiben. Im nächsten Absatz solltest Du dann Qualitäten und Fähigkeiten, die Du im Schul- und Berufsleben gesammelt hast, nennen und im Dritten betonen, warum Du die/der richtige KandidatIn für die ausgeschriebene Stelle bist.

Oftmals neigen BewerberInnen dazu, die Stationen, die sie bereits im Lebenslauf niedergeschrieben haben, nochmals im Motivationsschreiben zu erwähnen. Besser ist es, nicht seinen Lebenslauf in Sätze zu formulieren, sondern auf die Stelle, das Unternehmen, eigene Fähigkeiten und Erfolge einzugehen. Am besten nimmst Du das Anschreiben als Chance wahr, Dich von anderen BewerberInnen abzuheben. Geschickt geschrieben, spiegelt ein Motivationsschreiben einen guten Eindruck Deiner Persönlichkeit wider. 

Drei wesentliche Fragen solltest Du immer im Hinterkopf behalten: “Warum bin ich die/der Richtige für diese Stelle?”, “Was hebt mich von meinen MitbewerberInnen ab?” und “Warum ist das Unternehmen für mich interessant?” 

Der Einstieg geht besser als “Hiermit bewerbe ich mich um…”

Einstiegssätze wie “Hiermit bewerbe ich mich um…” sind zwar korrekt, höflich und immer noch üblich, aber auffallen oder gar im Gedächtnis bleiben wirst Du damit nicht. Stell Dir vor Du wärst PersonalerIn und müsstest täglich Motivationsschreiben mit denselben oder ähnlich abgedroschenen Einstiegssätzen lesen. Du würdest das Interesse verlieren, weil diese einfach nur fad sind. Selbst von BewerberInnen, die sich um keine kreativen Jobs bewerben, erwarten HR-Verantwortliche etwas mehr Fantasie. Wir sind sicher: Dir fällt was Besseres ein. Denke, wie oben erwähnt, daran, dass Du direkt auf Deine Person eingehen kannst.

Wichtig: Korrekturlesen

Bitte Eltern, Freunde oder Personen, die täglich mit Grammatik und Rechtschreibung konfrontiert sind, Dein Motivationsschreiben durchzusehen. Denn vor Fehlern ist niemand gefeit und manche PersonalerInnen sind in diesem Punkt sehr genau, sodass zwei bis drei Fehler bei begehrten Stellen schon das Aus bedeuten können. Zudem lohnt es sich, das Schreiben nicht am selben Tag abzuschicken; denn oft ist es so, dass selbst Textern und Texterinnern am nächsten Tag bessere Formulierungen einfallen – zeitlicher Abstand kann also auch Dir guttun. 

Noch ein Tipp: Konjunktive wie hätte, wäre, könnte klingen zwar höflich, aber nicht überzeugend. Du würdest Dich also nicht auf eine Rückmeldung freuen, sondern Du freust Dich auf eine Antwort.

Quellen:
Czerny, A./Büchler J.P. (2011): Das Insider-Dossier: Marketing & Vertrieb: Bewerbung und Karriere in der Konsumgüterindustrie, Köln.
Schneider, W. (2010): Deutsch für junge Profis: Wie man gut und lebendig schreibt, Berlin.

Bild 1: © Jared Erondu – Unsplash; Bild 2: © Florian Klauer – Unsplash 

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