Einstiegsgehalt: So viel können MaturantInnen verlangen

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Junge Frau reibt sich die Finger für Geld

MaturantInnen ohne relevante Berufserfahrung geht es ähnlich wie FH- oder Uni-AbsolventInnen: Der Verhandlungsspielraum in Sachen Gehalt ist sehr begrenzt. Lohnt es sich trotzdem zu pokern? Wir verraten Dir, wie viel Du ungefähr verlangen kannst und stellen Dir die Top 5 Branchen vor.

Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten oder der täglich frische Obstkorb – was ist denn nun wirklich ausschlaggebend, damit sich BewerberInnen wohlfühlen und ein bestimmtes Unternehmen dem anderen vorziehen? Einige Studien widersprechen sich, aber Fakt ist, dass das Gehalt durchaus entscheidend sein kann (http://bit.ly/2fxj3TC und http://bit.ly/2uZ7tV5).

Wovon hängt es aber ab, mit wie viel Geld Du am Monatsende rechnen kannst? Neben der Art der Ausbildung, die Du absolviert hast, spielen die Berufserfahrung, das Bundesland des Unternehmenssitzes, die Branche, die Unternehmensgröße und das Verhandlungsgeschick eine große Rolle. Wir beleuchten in diesem Artikel die letzten drei Faktoren. Zunächst findest Du in folgender Tabelle aber erstmal eine Übersicht über die Einstiegsgehälter von MaturantInnen. Diese Zahlen liefern Dir einen ersten Anhaltspunkt, an denen Du Dich, unabhängig von anderen Faktoren, orientieren kannst.

Abschluss unteres Quartil Median oberes Quartil
HAK-AbsolventIn 22.700 25.800 28.800
HTL-AbsolventIn 25.800 28.200 31.200
AHS-AbsolventIn 22.200 25.900 28.800

1. Auf die Branche kommt es an

Matura in der Tasche – Luxus-Weltreise im Kopf? Dann bewirb Dich am besten nicht bei einer Werbeagentur. Auch viele andere Branchen wie etwa der Einzelhandel oder die Verlagsbranche werden Dich nicht mit Kohle überschütten. Aber Geld ist ja bekanntlich nicht alles. Entscheide Dich also für eine Branche, die Dich interessiert. Zu Beginn sollte das Gehalt ohnehin nicht ausschlaggebend sein. Viel wichtiger ist es, Erfahrungen zu sammeln, so verbessert sich auch später die eigene Verhandlungsposition. Überdies ist der erste Job selten der letzte. Wechseln kannst du immer noch, wenn du nicht zufrieden bist und im Laufe der Zeit kein höheres Gehalt bekommst.

Top 5 Branchen
1. Pharma
2. Chemie, Verfahrenstechnik
3. Halbleiter
4. Anlagenbau
5. Banken

Siehe auch http://bit.ly/2hPsMFI.

2. Auf die Unternehmensgröße kommt es an

Generell gilt: Wer groß ist, kann auch mehr zahlen. International agierende Konzerne, etablierte Familienunternehmen und gesunde Mittelständler mit über 100 Angestellten verfügen in der Regel über mehr finanzielle Mittel als kleine Betriebe. Start-ups sind anfangs auf Gelder von Förderern angewiesen und müssen sich am Markt erst behaupten. Klar, dass hier die finanziellen Mittel stark begrenzt sind.

Doch Geld alleine macht nicht glücklich: Viele dieser Unternehmen bieten Dir stattdessen Freiheiten, abwechslungsreiche Tätigkeiten, tolle Kollegen, interessante Kunden, Verantwortung, kurze Entscheidungswege oder attraktive Benefits. Ob diese Versprechungen tatsächlich zutreffen, weißt du freilich erst hinterher, es sei denn, du kennst jemanden, der in dem Unternehmen arbeitet oder dort beschäftigt war. Auch die Meinungen ehemaliger und aktueller Angestellter auf www.kununu.com können Dir hier weiterhelfen.

Nice to know: In Österreich ist es Pflicht, in Stellenanzeigen das kollektivvertragliche Mindestgehalt anzugeben bzw. auf den entsprechenden Kollektivvertrag zu verweisen. Viele Firmen sind aber generell bereit, mehr zu bezahlen. Vor allem, wenn Du bereits entsprechende Qualifikationen mitbringst und/oder Berufserfahrung vorweisen kannst, wird das Gehalt deutlich über dem Kollektivvertrag liegen (Stichwort: Fachkräftemangel). Lass dich also nicht von diesen Zahlen verwirren, sondern informiere Dich lieber über die marktüblichen Einstiegsgehälter. Wir empfehlen folgende Websites: https://www.gehaltsrechner.gv.at und http://gehaltskompass.at.

3. Auf das Verhandlungsgeschick kommt es an

Die zuvor genannten externen Faktoren kannst Du leider nicht direkt beeinflusst werden. Trotzdem gibt es gewisse Gehaltsspannen, die BewerberInnen mit etwas Verhandlungsgeschick ausreizen können, vor allem, wenn sie schon ein paar Monate im Unternehmen beschäftigt sind. Beim Bewerbungsgespräch hat man es als AbsolventIn ohne Berufserfahrung hingegen deutlich schwerer (http://bit.ly/2vVAF2P). Dennoch: Mit folgenden Tipps kannst Du vielleicht noch ein kleines bisschen mehr als das eigentlich festgesetzte Einstiegsgehalt rausholen:

Überlege Dir vorab gute Gründe, warum Du ein bisschen mehr Geld verdienst, als es das übliche Einstiegsgehalt vorsieht (bereits Praktika im relevanten Fachbereich, der gleichen Branche absolviert, Top-Noten, Auslandserfahrung, spezielle Weiterbildung geplant, die beiden Seiten was bringt etc. – http://bit.ly/2wO7c7g).

  • Gib, falls Du nach Deinem Wunschgehalt gefragt wirst, Gehaltsspannen nur dann an, wenn Du damit leben kannst, letztendlich den niedrigeren Wert zu erhalten. Frage auch nach Zusatzleistungen.
  • Formuliere Deine Vorstellungen selbstbewusst und rede nicht um den heißen Brei. Sei aber nicht unfreundlich oder gar aggressiv, sondern verhandlungsbereit und höflich.
  • Konzentriere Dich nicht nur auf Deinen Wunscharbeitgeber, sondern versuche mehrere Jobangebote einzuholen und zu vergleichen. So steigt auch Deine Verhandlungsmacht (http://bit.ly/2uMQXWJ).
  • Vermeide zu jammern: Sätze wie „Ich brauche bitte mehr Geld, weil ich mir bald ein Auto kaufe” sind tabu und eher kontraproduktiv. Es geht nicht um Dein Privatleben, sondern Deine Arbeit (http://bit.ly/2u9OOJ3 und http://bit.ly/2vWtOoO).

Headerbild: © borjandreu / Freepik

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