So entfernst Du Deine Spuren aus dem Netz

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Bodenfeuerwerk

Das Internet vergisst nichts: Unüberlegte Kommentare in Foren, auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken oder exzessive Partyfotos in der Google-Bildersuche machen PersonalerInnen misstrauisch. Wie kannst Du diese unliebsamen Spuren beseitigen?

Zunächst möchten wir betonen, dass der Grundsatz Vorsorge ist besser als Nachsorge auch und besonders in der Online-Welt gültig ist. Doch Nutzer, die im Alter von 15 Jahren Kommentare gepostet haben, die sie nun bereuen, hilft das auch nicht weiter. Besonders gefährdet sind User der Generationen Y und Z, für die die intensive Nutzung sozialer Medien längst selbstverständlich ist. Sie sind es, die mit Abstand am häufigsten unbedacht Bilder und Kommentare teilen oder geteilt haben (http://bit.ly/2wCpjk3).

PersonalerInnen wissen das und recherchieren immer öfter, was Google über potenzielle KandidatInnen wie Dich weiß. Und Google weiß vermutlich viel über Dich, genauso wie Apps und Anbieter sozialer Medien. Dieser Umstand ist der Generation Z oder K, wie sie genannt wird, anscheinend auch bewusst, denn überraschenderweise steht die Mehrheit jener VielnutzerInnen, zu der vielleicht auch Du zählst, Facebook & Co. skeptisch gegenüber (http://bit.ly/2whWtTr).

Doch der Reiz, sich bei allen gängigen Social Networks und Apps zu registrieren und private Details preiszugeben, ist groß. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, gewisse Informationen und Daten in Form von Bildern und Meinungsäußerungen zu posten. Im Gegenteil: Im Idealfall kann man so seine Online-Reputation steigern, beispielsweise indem man Themen, für die man sich besonders interessiert und die auch beruflich relevant sind, online diskutiert. Insbesondere Posts über das Privatleben sind nicht mehr wegzudenken und eigentlich nur dann ein Problem, wenn sie öffentlich zugänglich sind und Du gleichzeitig das Gefühl hast, sie später zu bereuen. Überlege Dir also immer bevor Du etwas öffentlich postest, ob Du damit klarkommen würdest, wenn dies auch Deine Oma, Deine Lehrer oder Dein potenzieller Arbeitgeber zu Gesicht bekommen.

Was aber, wenn Du Dir vor ein paar Jahren als Jugendlicher über Spuren im Netz noch nicht so viel Gedanken gemacht hast. Oder noch schlimmer: Wenn Klassenkameraden oder unbekannte Leute, Dinge von Dir ins Netz stellen, die Du niemals veröffentlicht hättest oder die gar mutwillig verbreitet oder verfälscht wurden, um Dir zu schaden. Wie gehst Du hier vor, um Spuren zu eliminieren?

1. Sich selbst googeln

Zu Beginn steht immer die Recherche. Denn im Laufe der vielen Jahre, in denen man schon im Web aktiv ist, kann sich einiges angesammelt haben. Wir empfehlen daher jedem/r BewerberIn, nach dem eigenen Namen zu suchen. Im Idealfall recherchiert man sich selbst regelmäßig, also alle paar Wochen oder Monate, besonders aber vor einer Bewerbungsphase.

absolventen.at-Tipp: Die Anzeige in den Suchergebnissen könnte verfälscht sein, wenn Du während der Suche mit Deinem Google-Account eingeloggt bist. Melde Dich also ab und suche erst dann nach Deinem Namen. Eine gute Alternative ist auch die Suchmaschine https://duckduckgo.com. Im Gegensatz zu Google & Co. werden diese Ergebnisse nicht an die persönlichen Vorlieben der User angepasst, d.h. jeder User erhält dieselben Ergebnisse.

2. Wenn möglich, Daten selbst löschen

Versuche zunächst, unliebsame Einträge, Bilder & Co. selbst zu löschen. Vielleicht hast Du für eine Website ein Benutzerprofil angelegt und kannst Deine alten Daten problemlos beseitigen. Diese Vorgehensweise erspart Dir zudem viel Zeit und Ärger.

Auf Facebook kannst Du eigene Beiträge löschen, indem Du oben rechts auf das Pfeil-Symbol klickst und löschen auswählst. Klickst Du auf  „In der Chronik verbergen” ist der Beitrag zwar nicht mehr in Deiner Chronik, jedoch nach wie vor auf Facebook.  Wurdest Du in einem Beitrag markiert, kannst Du auch dies problemlos entfernen. Eine Übersicht über alle markierten Beiträge findest Du im Aktivitätenprotokoll unter Fotos. Bedenke aber, dass die Beiträge trotz der gelöschten Markierungen für die Zielgruppe, mit denen sie geteilt wurden, sichtbar bleibt. Das Posting selbst kann nur derjenige, der den Beitrag erstellt hat, löschen. Möchtest Du Markierungen vorab prüfen und dann entscheiden, ob diese in Deiner Chronik angezeigt werden sollen oder nicht, empfiehlt es sich, die Chronikprüfung in den Einstellungen zu aktivieren.

3. Webmaster der Website direkt kontaktieren

Falls Du keinen Zugriff auf zu löschende Bilder und Texte hast, solltest Du den Admin der Website kontaktieren. Meist sind die Betreiber durchaus bereit, entsprechende Inhalte zu löschen. Unter Umständen verlangen sie einen Nachweis, dass Du tatsächlich die Person bist, die auf einem Foto abgebildet ist oder in einem Artikel erwähnt wurde.

4. Google-Formular zur Löschung abschicken

Google und andere Suchmaschinen weisen explizit darauf hin, dass es, wie im vorhergehenden Abschnitt beschrieben, erforderlich ist, die Webmaster zu kontaktieren und um Löschung des Contents zu ersuchen. Der Content bzw. Link ist dann meist noch einige Tage oder Wochen in den Suchergebnissen ersichtlich. Das muss Dich nicht beunruhigen, denn nach einer gewissen Zeit verschwindet er automatisch.

Darüber hinaus ist es möglich, Google direkt zu kontaktieren und personenbezogene Daten aus den Suchergebnissen löschen zu lassen. Bedenke aber, dass der ursprüngliche Inhalt – sollte er nicht von der Website entfernt worden sein – anschließend zwar nicht mehr in der Suche auftaucht, aber dennoch nicht aus dem Web verschwunden ist.

5. ExpertInnen konsultieren

Speziell dann, wenn Webmaster nicht bereit sind, Inhalte zu löschen oder Personen rufschädigende Inhalte verbreiten, kann es nötig sein, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Juristinnen werden Dich beraten, welche Rechte Du hast und wie erfolgversprechend weitere Schritte sind.

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