Was studieren? Beliebte Studiengänge im Überblick

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Ein alter Kompass

MaturantInnen, die beschlossen haben zu studieren, haben schon die erste Entscheidungshürde überwunden. Doch welche Studienrichtungen kommen in Frage. Wir stellen Dir beliebte Studienfächer vor und informieren Dich über Inhalte und Berufsbilder.

1. Wirtschaftswissenschaften

Um was geht es im Fach?

Seit Jahren ist das Fach Wirtschaftswissenschaften eine der beliebtesten Studienrichtungen – gilt es doch als Garant für zukunftssichere Jobs. An den Universitäten werden sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftliche Inhalte gelehrt. Im Bereich der Betriebswirtschaft beschäftigen sich Studierende zunächst unter anderem mit Buchhaltung, Kostenrechnung, Marketing und Finanzwesen. Die Volkswirtschaftslehre setzt sich mit gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen und Entwicklungen auseinander. Zu Beginn lernst Du die mikro- und makroökonomischen Grundlagen. Im Studienverlauf, vor allem aber in einem späteren Masterstudium, kann man inhaltliche Schwerpunkte setzen.

Wer ein Fachhochschulstudium bevorzugt, kann aus diversen betriebswirtschaftlichen Studiengängen wählen. Die Studiengänge Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftswissenschaften werden bis jetzt hingegen nur an Universitäten angeboten.

Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise haben speziell die Volkswirte viel Kritik einstecken müssen. Seitdem gibt es Diskussionen um die inhaltliche Ausrichtung des Fachs. Kritiker betonen, dass nicht mehr nur neoliberale Denkweisen gelehrt werden, sondern Fächer wie Politische Ökonomie in den Vordergrund rücken sollten.

Interessant ist, dass eine Vielzahl an Fächern aus unterschiedlichen Bereichen gelehrt wird, das sorgt für Abwechslung. So werden je nach Studiengang und Hochschule auch Inhalte aus den Bereichen Geschichte, Psychologie, Informatik und Soziologie behandelt und mit wirtschaftlichen Aspekten verknüpft.

Welche konkreten Interessen sollte man mitbringen?

  • Interesse an wirtschaftlichen Fragestellungen
  • Grundlegende mathematische Fähigkeiten und den Willen diese Fähigkeiten auch regelmäßig zu benutzen
  • Analytisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Durchhaltevermögen, auch trockene Themengebiete eingehend zu behandeln

Mögliche Berufsfelder

Das Klischee, dass vor allem unentschlossene Studieninteressierte dieses Fach wählen, hält sich hartnäckig. Und da ist sicher genauso etwas Wahres dran, wie an der Aussage, dass man mit Wirtschaftswissenschaften nie ganz verkehrt liegen kann.

Es gibt keinen Betrieb, der ohne Betriebswirte bzw. ohne MitarbeiterInnen mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen auskommt. Die Aussichten auf einen guten Job sind demnach recht gut. Ob der Berufseinstieg nach erfolgreichem Studienabschluss gelingt, hängt nicht zuletzt auch von der Wahl der Schwerpunkte ab. Daher macht es Sinn, sich im Studium bereits frühzeitig zu überlegen, welche Fächer einen interessieren und was einem liegt.

Doch die Finanzkrise hat Spuren hinterlassen: In der Volkswirtschaftslehre ist seitdem ein Richtungsstreit um die inhaltliche Ausrichtung entbrannt. Auch das Ansehen der Volkswirte hat sicher den ein oder anderen Kratzer abbekommen, schließlich konnte nur eine Handvoll der ÖkonomInnen die Finanzkrise voraussagen. Bis vor kurzem hatten es BetriebswirtInnen im Gegensatz zu den VolkswirtInnen leichter, einen Job zu finden. Doch gerade weil das Fach seit Jahrzehnten so beliebt ist, gilt es mittlerweile als überlaufen. Dementsprechend schwer ist es, sich im Kampf um die besten Jobs gegen Gleichgesinnte durchzusetzen.

Fakt ist also, dass die Ausgangssituation frisch gebackener WirtschaftswissenschaftlerInnen schon mal besser war. Nichtsdestotrotz steht es um die Berufschancen immer noch besser als in vielen anderen Studienrichtungen. Hat man erst mal Fuß gefasst und sich behauptet, kann man auf eine steile Karriere als ManagerIn und vielleicht sogar Führungskraft hoffen.

 

2. Rechtswissenschaften

Um was geht es im Fach?

Gemeinsam mit den Wirtschaftswissenschaften lieferte sich diese Fachrichtung in den letzten Jahren ein Kopf an Kopf Rennen um das beliebteste Studienfach.

RechtswissenschaftlerInnen wälzen Gesetzestexte, die gefühlt in Schriftgröße sieben oder noch kleiner geschrieben wurden und lernen zu argumentieren, warum A, dessen Baum auf das Grundstück von B ragt, den heruntergefallenen Apfel B überlassen muss oder nicht.

Rechtswissenschaftliche Studiengänge dürfen bisher nur von Universitäten angeboten werden. Die Frage, ob zukünftig auch Fachhochschulen diese Disziplin lehren dürfen, steht im Raum. Dies wird aber in absehbarer Zeit wohl nicht der Fall sein.

Die Rechtswissenschaft ist eine der ältesten Forschungsdisziplinen. Universitäten bieten in der Regel eine universaljuristische Bildung an. So befassen sich Studierende unter anderem mit Zivilrecht, Strafrecht, Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht und Europarecht.

Welche konkreten Interessen sollte man mitbringen?

  • Sprachliche Fähigkeiten
  • Lernmotivation
  • Abstraktes Denken
  • Durchhaltevermögen
  • Kampfgeist
  • Den Willen, auch weniger interessante Themengebiete zu lernen

Mögliche Berufsfelder

Nach erfolgreichem akademischen Abschluss absolvieren frisch gebackene JuristInnen das so genannte Gerichtsjahr, welches aber nur wenige Monate dauert. Hier werden praktische Kenntnisse vermittelt. Wer Rechtsanwalt/Rechtsanwältin werden will, muss fünf Jahre lang in einem juristischen Beruf gearbeitet haben. Hier sei allerdings zu bedenken, dass diese fünf Jahre, in denen man als KonzipientIn, so werden RechtsanwaltsanwärterInnen genannt, arbeitet, in vielen Fällen mit sehr wenig bis kaum Einkommen und einer 50-80 Stunden Woche verbunden sein können, bevor man als Rechtsanwalt erfolgreich durchstarten kann.

Zu den klassischen juristischen Berufen zählen Rechtsanwalt/Rechtsanwältin, Staatsanwalt/Staatsanwältin, NotarIn oder Verwaltungsbeamte/r. Es gibt aber auch ausgebildete JuristInnen, die völlig andere Wege einschlagen, wie z.B. ImmobilienmaklerInnen, UnternehmerInnen oder BeraterInnen, um nur ein paar davon zu nennen.

 

3. Informatik

Um was geht es im Fach?

InformatikerInnen beschäftigen sich mit Bits und Bytes, diversen Programmiersprachen und Codes. Die Informatik ist eine vergleichsweise junge Disziplin. In Österreich wurde dieses Fach 1969 erstmals an der Johannes-Kepler-Universität Linz gelehrt. Kurz darauf folgten die Wiener Universitäten.

Im Gegensatz zu Studienfächern, wie beispielsweise Chemie, ist ein Master- oder Doktorats-Studium nicht zwingend erforderlich – es sei denn, man strebt rasch eine Führungsposition an oder will im wissenschaftlichen Bereich arbeiten.

Studieninhalte sind Algorithmen, Datenstrukturen, Softwareentwicklung, Elektrotechnik, Netzwerktechnik, Rechnerarchitekturen, Algebra und andere mathematische und technische Fächer.

Welche konkreten Interessen sollte man mitbringen?

  • Interesse an mathematischen Fragestellungen
  • Interesse an Software, Digitalisierung und Technik im Allgemeinen
  • Analytisches Denken
  • Programmierkenntnisse sind von Vorteil

Mögliche Berufsfelder

Informatiker sind gefragter denn je. Aufgrund der Digitalisierung wurde dieses Fach in den vergangenen Jahren immer bedeutender. Betriebe suchen oft händeringend nach gut ausgebildeten InformatikerInnen. der Begriff Fachkräftemangel wird daher oft in Zusammenhang mit fehlenden SpezialistInnen aus dem IT-Bereich in Verbindung gebracht. In den letzten Jahren haben digitale Programme und Applikationen eine enorm große Stellung eingenommen. Ein anschauliches Beispiel sind Smartphones: Die Hardware der Gerätehersteller ist ziemlich ident, neue oder herausstechende Entwicklungen gibt es seit dem Siegeszug der Touchscreens wenige. Was ein Smartphone aber von anderen unterscheidet, sind vor allem das Betriebssystem und die Apps.

Informatiker sind in vielen unterschiedlichen Disziplinen und Branchen einsetzbar.

 

4. Mechatronik

Um was geht es im Fach?

Mechatronik ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das sich mit den Fächern Mechanik, Elektronik und Informatik beschäftigt. In Österreich wird es an den Fachhochschulen FH Wiener Neustadt, der FH Vorarlberg, dem MCI Management Center Innsbruck und der FH Oberösterreich angeboten. Zudem ist die Johannes-Kepler-Universität Linz für das Mechatronik Studium bekannt.

Welche konkreten Interessen sollte man mitbringen?

  • Interesse an Mathematik und Physik
  • Abstrakt-logisches Denken
  • Technisches Interesse
  • Analytisches Denken

Mögliche Berufsfelder

Durch die Schnittstelle zwischen Maschinenbau und Elektrotechnik bieten sich sehr gute Berufschancen. Beispielsweise basieren Entwicklungen aus dem Bereich der Automobilbranche wie der Fahrspurassistent oder die Einparkhilfe auf mechatronischen Systemen. Ein anderes Beispiel wäre das bargeldlose Bezahlen mittels NFC-Technologie oder die Entwicklung von Robotern. AbsolventInnen arbeiten beispielsweise als ProduktentwicklerInnen, ProgrammiererInnen oder BetriebsingenieurInnen in Branchen wie der Luft- und Raumfahrttechnik, Feinmechanik, der medizinischen Technik und vielen anderen Bereichen.

 

5. Kommunikationswissenschaften

Um was geht es im Fach?

Die Kommunikationswissenschaft gehört zu den Sozial- und Geisteswissenschaftlichen Studiengängen. Studierende beschäftigen sich mit dem menschlichen Kommunikationsverhalten und lernen, wie Medien unsere Wahrnehmung beeinflussen können. In den Studiengängen gibt es Lehrveranstaltungen zu Redaktionssystemen, zum Management neuer Medien, Medienrecht und Verlagsmanagement.

Ähnliche bzw. verwandte Studienrichtungen sind Publizistik, Journalismus- und Medienmanagement oder Public Relations.

Seit dem Boom des Web 2.0. beschäftigen sich Kommunikationsforscher auch immer häufiger mit Online-Kommunikation.

Welche konkreten Interessen sollte man mitbringen?

  • Gute Ausdrucksfähigkeit
  • Gute Sprachkenntnisse (vor allem Deutsch, Englisch)
  • Affinität zu Medien und Kommunikation im Allgemeinen

Mögliche Berufsfelder

Zu den möglichen Berufsfeldern zählen unter anderem PR AssistentIn/ManagerIn, Social Media ManagerIn, RedakteurIn, Marketing-MitarbeiterIn und PressereferentIn. Aufgrund der vielen AbsolventInnen aus diesem Bereich, könnte die Jobsuche nicht unbedingt leicht werden.

 

6. Pädagogik

Um was geht es im Fach?

Zukünftige PädagogInnen werden ausgebildet, um SchülerInnen Wissen im jeweiligen Fachgebiet beizubringen. Dazu lernen sie an Universitäten und pädagogischen Hochschulen theoretisches Wissen aus dem jeweiligen Fachgebiet und setzen sich darüber hinaus mit unterschiedlichen Bildungskonzepten und Forschungsmethoden der Bildungswissenschaft auseinander. Oft haben Studieninteressierte falsche Vorstellungen vom zukünftigen Beruf als LehrerIn. Freiwillige Online-Tests sollen dabei helfen, das eigene Interesse und die persönlichen Fähigkeiten besser abschätzen zu können: Zum Beispiel http://www.cct-germany.de oder http://www.coping.at.

Besonders gute Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich künftig auch in der Erwachsenenbildung, da diese einen immer höheren Stellenwert einnimmt.

Welche konkreten Interessen sollte man mitbringen?

  • Freude, anderen Menschen, im Speziellen Kindern und Jugendlichen, gerne etwas zu erklären/beizubringen und mit ihnen zu arbeiten
  • Begeisterung wecken, auch bei “trockenen Themen”
  • Stabile und belastbare Persönlichkeit
  • Fachliche Eignung und Interesse am Lehrfach

Mögliche Berufsfelder

Es soll angehende LehrerInnen geben, die diesen Beruf nur wegen der langen Ferien wählen. Doch diese Motivation genügt nicht, um im späteren Berufsleben glücklich und gut zu sein. LehrerInnen können beispielsweise an Volksschulen, Hauptschulen, mittleren und höheren Schulen, pädagogischen Schulen und in der Erwachsenenbildung arbeiten.

 

absolventen.at Tipp: Auf der Seite studienwahl.at wurden alle in Österreich angebotenen Studien zusammengefasst, das heißt, hier hast Du die Möglichkeit, Dir einen ersten Überblick zu verschaffen. Auf http://www.fachhochschulen.ac.at findest Du zudem Informationen zu Fachhochschulen und den angebotenen Studiengängen.

Bild: © istock

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